In der deutschen Mobilfunklandschaft hat sich in jüngster Zeit eine neue Tarifgattung etabliert: Unlimited on Demand. Während klassische Flatrates mit unbegrenztem Datenvolumen oft im hochpreisigen Segment angesiedelt sind, bieten diese Tarife eine deutlich günstigere Alternative. Das Konzept basiert auf einer manuellen Freischaltung von Datenpaketen, sobald ein gewisses Kontingent verbraucht ist.
Funktionsweise des On-Demand-Prinzips
Im Gegensatz zu herkömmlichen Unlimited-Tarifen, bei denen die maximale Bandbreite ohne Unterbrechung zur Verfügung steht, arbeitet das On-Demand-Modell mit einer systematischen Barriere. Die technische Umsetzung folgt in der Regel diesem Schema:
- Bereitstellung eines Basiskontingents: Dem Nutzer wird täglich oder monatlich ein festes Volumen (beispielsweise 10 GB pro Tag) zugewiesen.
- Geschwindigkeitsreduktion: Nach dem Verbrauch dieses Volumens erfolgt eine sofortige Drosselung auf eine sehr geringe Übertragungsrate (meist 384 kBit/s).
- Manuelle Reaktivierung: Die volle Geschwindigkeit kann wiederhergestellt werden, indem man proaktiv ein kostenloses Zusatzpaket (oft 2 GB) anfordert. Dies geschieht üblicherweise über den Versand einer SMS oder per App-Bestätigung. Dieser Vorgang ist innerhalb des Abrechnungszeitraums beliebig oft wiederholbar.
Durch diese Drosselung gehen viele Experten davon aus, dass es sich nicht um echte Handytarife mit unbegrenztem Datenvolumen handelt und es gibt teilweise auch bereits Gerichtsurteile, die das bestätigen.
Ursachen für die Preisdifferenz
Dass On-Demand-Tarife oft nur einen Bruchteil dessen kosten, was für eine „echte“ Flatrate verlangt wird, hat vor allem ökonomische und netzstrategische Hintergründe:
- Prävention stationärer Nutzung: Netzbetreiber kalkulieren ihre Mobilfunktarife für die mobile Nutzung. Die Verwendung eines Mobilfunktarifs als dauerhaften Ersatz für einen DSL- oder Glasfaseranschluss belastet die lokalen Funkzellen überdurchschnittlich. Durch die Notwendigkeit, Datenpakete manuell nachzubuchen, wird die Nutzung in Routern für datenintensive Anwendungen (wie 4K-Streaming oder große Software-Updates) so unkomfortabel gestaltet, dass eine Zweckentfremdung als Festnetzersatz unattraktiv wird.
- Steuerung des Nutzerverhaltens: Psychologische Hürden reduzieren den Durchschnittsverbrauch. Während Nutzer bei einer echten Flatrate keinen Anreiz zum Datensparen haben, führt der „Klick-Zwang“ dazu, dass Daten bewusster konsumiert werden. Dies entlastet die Infrastruktur und senkt die Kosten pro Kunde für den Anbieter.
- Marktsegmentierung: Die Anbieter können durch dieses Modell preisbewusste Kunden gewinnen, die ein hohes Datenbedürfnis haben, ohne dabei die Margen ihrer Premium-Produkte zu gefährden. Wer maximalen Komfort ohne Unterbrechungen wünscht, greift weiterhin zum teureren Standardtarif.
Zusammenfassung und Bewertung
Das Modell „Unlimited on Demand“ stellt einen Kompromiss zwischen Preis und Komfort dar.
| Kriterium | Ausprägung bei Unlimited on Demand |
| Preisleistung | Exzellent; oft das beste Preis-pro-Gigabyte-Verhältnis am Markt. |
| Nutzerkomfort | Eingeschränkt durch regelmäßige manuelle Interaktion bei hoher Nutzung. |
| Einsatzbereich | Ideal für intensive Smartphone-Nutzung; ungeeignet für die stationäre Heimvernetzung. |
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Unlimited-on-Demand-Tarife eine effiziente Lösung für Verbraucher darstellen, die ein hohes Datenaufkommen bewältigen müssen, aber nicht bereit sind, die Aufpreise für den vollen Komfort einer unterbrechungsfreien Flatrate zu zahlen
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen – einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir und meinem Hintergrund: Wer schreibt hier?
